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Schimmelreiter

Essay by   •  November 25, 2016  •  Research Paper  •  2,138 Words (9 Pages)  •  956 Views

Essay Preview: Schimmelreiter

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Der Schimmelreiter von Theodor Storm ist eines der besten Beispiele der Rahmenerzählung. -  Diskutieren Sie die Funktion dieser Form, d.h. welchen Einfluss hat die Rahmenerzählung auf die Perspektive des Lesers vom Inhalt her?

Einleitung:

Der Schimmelreiter ist eine Novelle von Theodor Storm und  wurde im Jahre 1888 veroeffentlicht.  Die Novelle gilt als Theodor Storms bekanntestes Werk und zaehlt zu seinen spateren Werken.  Der Schimmelreiter wird der Epoche des Realismus zugeordnet, welche sich stark auf die Darstellung der Wirklichkeit bezieht und alles moeglichst objektiv beschreibt. Anders als in der Romantik, wird in dieser Epoche vermeidet zu beschönigen und indealisieren. Theodor Storms Schimmelreiter kann man definitiv dem Realismus zuordnen, auf Grund des Konflikts zwischen Mystik (Aberglaeubigkeit) und Rationalismus, welcher ein grosses Thema sowohl in der Novelle als auch im Realismus ist.

Zusammenfassung:

„Der Schimmelreiter“ beginnt mit einem Mann, der sich daran erinnert wie er bei seiner Grossmutter auf eine Zeitschrift stiess, welche die Geschichte eines Reiters erzaehlt, der den Schimmelreiter vermutet gesehen zu haben (Wolf, 2000). In einer stuermischen Nacht in Nordfriesland, auf dem Weg nach Hause trifft der Reiter auf eine geheimnisvolle Gestalt. Er beschreibt diese als: „eine dunkle Gestalt zu erkennen, und bald, da sie näher kam, sah ich es, sie saß auf einem Pferde, einem hochbeinigen hageren Schimmel; ein dunkler Mantel flatterte um ihre Schultern, und im Vorbeifliegen sahen mich zwei brennende Augen aus einem bleichen Antlitz an.“(Storm, 1888: 2). Auf Grund des Unwetters, beschliesst er in einer Kneiper einzukehren. Dort erzaehlt er von seiner Begegnung  und kommt daraufhin mit einem alten Schulmeister ins Gespraech. Der Schulmeister beginnt dem Reiter die Lebensgeschichte von Hauke Haien, dem Schimmelreiter zu erzaehlen (Wolf, 2000).

Hauke Haien ist der Sohn eines Landvermessers und Kleinbauern. Von klein auf ist  Hauke Haien stark interessiert an der Arbeit seines Vaters. Er is von der See und von den Deichen stark fasziniert. Er ueberlegt sich wie man eine besseres Deich bauen kann um die Menschen vor Sturmfluten  zu schuetzen. Als der Deichgraf des Ortes einen seiner Knechte entlaesst, bewirbt sich Hauke fuer die Stelle und bekommt die Position. Sein inoffizieller Job ist es dem Deichgraf beim rechnen und planen zu helfen, er erfüllt jedoch auch seine Knechtsposition in den Ställen (Wolf, 2000).

Durch seine neue Arbeitsstelle lernt Hauke Haien Elke, die Tochter des Deichgrafen, kennen und verliebt sich in sie. Nachdem sein eigener Vater und auch Elkes Vater verstorben sind, versucht Hauke der neue Deichgraf zu werden. Wenig später heiraten Hauke und Elke und Hauke wird der neue Deichgraf und Besitzer des Landes. Nachdem er Deichgraf geworden ist, setzt Hauke seine Idee, einen moderneren Deich zu bauen um. Dieser soll stärker und besser sein als die alten, um die Menschen des Dorfes vor den kommenden Sturmfluten zu beschützen. Elke unterstützt Hause bei seinen Plänen. Hauke und Elke bekommen eine Tochter die jedoch geistig behindert ist und Elke stirbt fast bei der Geburt. Die alten Deiche können dem nächsten Sturm nicht standhalten und das ganze Dorf wird überflutet. Bei der Flut kommt Hauke Haiens Familie auf tragische Weise ums Leben. Am Ende kann man Hauke auf seinem weissen alten Schimmel in die See reiten sehen, während er schreit: „Herr Gott, nimm mich; verschon die anderen!«” (Storm, 1888: 48). Nach seinem Tod wurde Hauke Haien zum mysteriösen Schimmelreiter, der immer kommt um die Menschen des Dorfes vor Sturmfluten zu schuetzen.

Rahmenerzaehlung:

Eine Rahmenerzaehlung ist eine Erzaehlung die zwei bis drei Handlungsebene hat. Mehrere Erzaehlungen bilden einen Rahmen um den Hauptteil der Geschichte (Christen,  2012). Diese verschiedenen Erzaehlungen sind durch die Themen und Charaktaere miteinander verbunden oder haben zumindest etwas miteinander zu tun. Die einzelnen Erzaehlungen bilden eine allumfassende Geschichte (Stratman, 2000: 16-22).

Diese Erzaehlkunst wurde durch Goethes «Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten» beruehmt. Die Autoren der deutschen Literatur des 19 Jahrhunderts haben die Technik der Rahmenerzaehlung  sehr oft benutzt (Christen,  2012).

Rahmenerzaehlung in Schimmelreiter:

Anhand des Schimmelreiters ist die Technik der Rahmenerzaehlung gut zu erklaeren. Wie genau, versteht man durch den Aufbau der Novelle. Diese hat drei Erzaehlebenen (Stratman, 2000: 16-22). Die Geschichte des Hauke Haien (Schimmelreiter), wird durch drei Sprecher erzaehlt. Es gibt zwei „Ich Erzaehler“, als auch noch „einen auktorialen (allwissenden) Erzaehler“. Diese verschiedenen Erzaehler berichten in einer Reihenfolge und fuehren zur Kernhandlung des Textes.

Der erste Erzaehler ist ein Mann. Er berichtet ueber eines seiner Kindheitserlebnisse. Der Ort der Handlung ist das Haus seiner Grossmutter. Es wird vermutet, dass dieser Erzaehler  zu Zeiten Theodor Storms gelebt hat, also rund 1880 (Wagner,  1998: 41-47). In dem Haus findet er alte Zeitungen: ‚‚...mit dem Lesen eines in blaue Pappe eingebundenen Zeitschriftenheftesbeschäftigte; ich vermag mich nicht mehr zu entsinnen, ob von den »Leipziger« oder von »Pappes Hamburger Lesefrüchten«‘‘ (Storm, 1888: 2). Er erinnert sich selbst nicht mehr genau von welcher Zeitung diese Geschichte stammt. Der erste Ezaehler faengt daraufhin an, die Geschichte des reisenden Reiters vorzulesen.

An dieser Stelle beginnt ein neuer Erzaehler. Der reisende Reiter wird der zweite Ich-Erzaehler (Wagner,  1998: 41-47). Er berichtet seine Erfahrung selbst, die Zitierung des Zeitungsausschnittes durch den ersten Erzaehler ist an dieser Stelle beendet. Der reisende Reiter faengt an zu erzaehlen: „Es war im dritten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts, an einem Oktobernachmittag - so begann der damalige Erzähler -, als ich bei starkem Unwetter auf einem nordfriesischen Deich entlang ritt“ (Storm, 1888:2). Damit wird die Rahmenerzaehlung aufgebaut. Eine Erzaehlung ist durch eine andere selbst erzaehlende Erzaehlung umschlossen. Die zweite Erzaehlebene findet in Nordfriesland statt.

Die Erzaehlung des Reiters und seiner Erfahrung baut eine Verbindung zwischen dem mittleren Rahmen und dem inneren Rahmen auf (Wagner,  1998: 41-47). Der innere Rahmen bildet gleichzeitig die  Kernhandlung, in welcher der Reiter seine Begegnung mit einer dunklen Gestalt beschreibt: „sie saß auf einem Pferde, einem hochbeinigen hageren Schimmel; ein dunkler Mantel flatterte um ihre Schultern, und im Vorbeifliegen sahen mich zwei brennende Augen aus einem bleichen Antlitz an“ (Storm, 1888: 2) An dieser Stelle wissen wir noch nicht, dass es sich um Hauke Hauein, den Schimmelreiter handeln soll. Und somit ist der erste Kontakt und das erste Erlebnis mit dem, eigentlich Vernunftorrientierten Hauke, ein Erlebnis in dem er schon in seiner, durch den Aberglauben abgewandelten Form ist.

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